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Mindestsicherung für jeden: Diese Versicherungen braucht man

Versicherungsangebote: Welche Versicherungen Notwendig sind

Welche Versicherungen sind wirklich wichtig?
Vielen Menschen ist die Suche nach den richtigen Versicherungen eine eher lästige Pflicht. Dies ist kaum verwunderlich, ist doch der Dschungel der Versicherungsgesellschaften und ihrer Angebote vielschichtig und unüberschaubar. Ein lückenhaftes Fachwissen in Sachen Versicherung ist der Grund dafür, dass Millionen Verbraucher heute entweder nur ungenügend versichert sind, oder aber für Versicherungen zahlen, die sie nicht wirklich brauchen.


Doch welche Versicherung ist wirklich notwendig und auf welche kann eher verzichtet werden?


Es ist kaum möglich, sich gegen alle Risiken des Alltags zu versichern. Schnell kämen horrende Kosten auf den Verbraucher zu. Grundsätzlich gilt: Die Absicherung Existenz bedrohender Risiken ist ein Muss! Kleinere Risiken mit überschaubaren finanziellen Folgen müssen dagegen nicht unbedingt abgesichert werden. Jeder Verbraucher sollte sich jedoch individuell und bedarfsgerecht versichern. Das höchste Gut, auf das zu achten ist, ist die persönliche Gesundheit. Arbeitnehmer sind in der Regel gesetzlich krankenversichert, hier besteht kein Bedarf. Gerade für Selbstständige ist jedoch die freiwillige Versicherung in einer gesetzlichen oder privaten Krankenkasse absolut notwendig.


An erster Stelle: Versicherungen gegen existenzielle Risiken
Neben der Absicherung gegen Krankheit gibt es fünf Versicherungen, die Existenz bedrohende Risiken abdecken. Jeder Verbraucher muss individuell die Notwendigkeit der einzelnen Produkte prüfen. Zu den wichtigsten Verträgen gehört die Privathaftpflichtversicherung. Nicht selten passieren durch Unachtsamkeit oder Fahrlässigkeit kleinere Malheure oder große Unfälle, Schadenersatzforderungen durch Dritte sind die Folge. Kleinere Sachschäden könnten zwar aus eigener Kraft beglichen werden. Kommen jedoch durch das eigene Verhalten Personen zu Schaden und tragen möglicherweise dauerhafte Behinderungen davon, so können die Schadenersatzforderungen schnell die eigene Existenz bedrohen. Hier springt die Privathaftpflichtversicherung ein. Eine gute Privathaftpflicht sollte eine Deckungssumme von drei Millionen Euro besitzen.


Ein existenzielles Risiko besteht in der Berufsunfähigkeit eines Menschen. Die Gründe dafür können Unfälle oder physische wie psychische Erkrankungen sein. Dieses Risiko ist durchaus als reell einzuschätzen, immerhin jeder vierte Arbeitnehmer in Deutschland wird vor dem Erreichen des Rentenalters berufsunfähig. Da der Staat in diesem Fall nur noch eine sehr geringe Erwerbsminderungsrente zahlt, ist eine private Berufsunfähigkeitsrente absolut notwendig. Diese sollte die Versorgungslücke im Falle der Berufsunfähigkeit abdecken. Vor allem für Paare und Familien mit Kindern ist auf diese Weise das Einkommen auch bei einem Ausfall des Hauptverdieners gewährleistet. Für Senioren ist die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht nötig.


Vor allem für Familien mit Kindern kann eine Risikolebensversicherung sinnvoll sein. Stirbt der Versicherungsnehmer, so würden die Begünstigten eine Entschädigung erhalten. Diese sichert die Existenz der Familie, wenn der Hauptverdiener zu Tode kommt. Mittels einer Risikolebensversicherung könnten jedoch auch Paare mit erwachsenen Kindern oder kinderlose Paare das Auskommen der Hinterbliebenen absichern. Für Senioren und Singles macht eine solche Versicherung dagegen kaum Sinn.


Nicht erwerbstätige Menschen sowie Kinder erhalten keine Berufsunfähigkeitsversicherung. Jedoch auch sie leben mit dem Risiko, durch Unfälle in die Invalidität zu geraten. Bleibende Schäden bergen hier die Gefahr, dass die eigene Arbeitskraft lange oder möglicherweise für immer ausfällt. Hinzu kämen erhebliche Kosten für einen Umbau der Wohnung, um diese behindertengerecht zu gestalten. Dieses Risiko sollte mit einer privaten Unfall- und Invaliditätsversicherung abgedeckt werden. Für Arbeitnehmer ist die Unfallversicherung nicht sinnvoll, sie sollten derartige Risiken mit der Berufsunfähigkeitsversicherung abdecken.


Für Hausbesitzer bedeuten die eigenen vier Wände ihre Existenz – egal ob sie die Immobilie selbst bewohnen oder von den Mieteinnahmen leben. Als existenziell sollte also auch der Schutz dieser Immobilie angesehen werden. Denn es besteht ein permanentes Risiko, dass das Gebäude Schaden nimmt. Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm oder Hagel können mittels einer Wohngebäudeversicherung abgedeckt werden. Zusätzliche Risiken wie etwa Elementarschäden können mit versichert werden. Wer zur Miete eine Immobilie bewohnt, braucht eine derartige Versicherung nicht.


Versicherungen gegen finanzielle Risiken

Neben den existenziellen Versicherungen bietet der Markt zahlreiche Produkte, die zwar finanzielle Risiken absichern, jedoch nicht zwingend notwendig sind. Auch hier ist jedoch stets individuell zu prüfen, ob Bedarf an einem entsprechenden Produkt besteht.

Unabhängig von Alter und Einkommen sollten Wohnungsmieter über eine Hausratversicherung nachdenken. Dies ist die sinnvollste Versicherung gegen finanzielle Risiken. Sie zahlt, wenn der eigene Hausstand durch Leitungswasserschäden, Sturm oder Hagel in Mitleidenschaft gezogen wurde. Zudem sind Feuerschäden und Verlust durch Raub, Einbruchdiebstahl und Vandalismus im Schutz inbegriffen. Meist wird die Deckungssumme pauschal mit einem Wert von 650 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche ermittelt. Wer jedoch eine besonders luxuriöse Ausstattung sein Eigen nennt, sollte seinen Hausrat individuell aufgeschlüsselt versichern lassen.


Eine Rechtschutzversicherung halten Experten nur bedingt für notwendig. Wirklich lohnend ist sie nur, wenn für den Verbraucher ein hohes Prozessrisiko besteht, bei dem es um erhebliche Geldwerte geht. Rechtschutzversicherungen werden meist in Bausteinen angeboten, die verschiedene juristische Bereiche wie etwa Verkehrsrecht, Mietrecht oder bürgerliches Recht abdecken. Einen Komplettschutz gibt es nicht. Niemand sollte aus Angst vor möglichen Schadenersatzforderungen eine Rechtschutzversicherung abschließen, denn Schadenersatz ist durch die Privathaftpflicht abgedeckt.


Auch eine Kfz-Vollkaskoversicherung will gut überlegt sein. Diese zahlt den Schaden des eigenen Autos bei einem selbst verschuldeten Unfall. Erstattet wird jedoch nur der Zeitwert, wirklich Sinn macht diese Versicherung deshalb nur bei neuen Autos. Auch eine Insassen-Unfallversicherung ist selten nötig. Wird ein Unfall selbst verursacht und dadurch nehmen Insassen des eigenen Autos Schaden, so kommt dafür die gesetzlich vorgeschriebene Kfz-Haftpflichtversicherung auf. Etliche Versicherungen, die von verschiedenen Kreditinstituten angeboten werden, sind als unnötig einzustufen. Sie versichern meist übersichtliche Risiken, die vom Verbraucher selbst minimiert werden können.


Gern wird eine Glasbruchversicherung als Zusatz zur Hausratversicherung angeboten. Hiervon ist abzuraten – es sei denn, man bewohnt mit äußerst lebhaften Kindern einen Glaspalast. Das Risiko, in den eigenen vier Wänden eine Fensterscheibe oder die Verglasung einer Zimmertür zu zerstören, ist doch eher gering.

Oft wird auch ein Fahrradzusatz zur Hausrat angeboten. Sinn macht dieser jedoch nur für Leute, die mit einem wirklich teuren Rad unterwegs sind. Grundsätzlich sind Fahrräder jedoch schon im Hausrat mitversichert – vorausgesetzt, sie werden nicht nachts auf der Straße abgestellt oder ohne Diebstahlsicherung unbeaufsichtigt stehen gelassen.


Auch von einer Sterbegeldversicherung raten Experten ab. Diese würde im Falle des plötzlichen Ablebens die Kosten für die letzte Reise übernehmen. Wer aber schon so früh an das eigene Ableben denkt, kann auch monatlich ein paar Euro für diesen Zweck beiseite legen. Ebenso unsinnig ist die Reisegepäckversicherung. Werden die Koffer am Flughafen oder im Bus entwendet, so ist das sicherlich ärgerlich. Aber wer lässt schon sein Gepäck unbeaufsichtigt stehen? Bei Diebstahl aus dem Hotelzimmer kommt hingegen die Versicherung des Hotels auf. Elektrogeräteversicherungen leisten dann, wenn ein häusliches Elektrogerät den Geist aufgibt. Wer genau darauf wartet, kann ebenso gut Monat für Monat ein paar Euro auf die hohe Kante legen – in den meisten Fällen reicht dieses Geld dann für die Neuanschaffung des Gerätes.


Ob existenzielle Bedrohungen oder ärgerlicher finanzieller Verlust – die Branche bietet eine Reihe von Möglichkeiten, Risiken aller Art zu versichern. Existenz sichernde Policen sind ein Muss, sowohl im eigenen Sinne als auch in dem der Familie. Welche Verträge für den Verbraucher nun wirklich Sinn machen, ist jedoch stets im Einzelfall zu prüfen. Nur so ist eine bedarfsgerechte Absicherung möglich.


 

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