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Versicherungsabschlüsse brechen trotz Krise kaum ein |
Finanzkrise noch nicht im Versicherungsmarkt angekommen
Die Befürchtung vieler Versicherungsgesellschaften, dass sich die Menschen angesichts der aus der Finanzkrise resultierenden Unsicherheiten und dem sich auf Grund des Ablaufs der Ausbreitung der Finanzkrise breit machenden Misstrauens gegenüber Banken und Fondsgesellschaften bei den Abschlüssen von Versicherungen zurück halten würden, erwies sich weitgehend als unbegründet, wenn man sich die Statistiken der Neuabschlüsse in den vergangenen Jahren anschaut. Der Wunsch der Menschen, sich gegenüber den verschiedenen Risiken abzusichern und Vorsorge für das Alter zu treffen, scheint auf den ersten Blick ungebrochen stark zu sein.
Dass die vom Staat durch Zulagen geförderten Verträge wie die Riester Rente stark bevorzugt werden, war zu erwarten. Schließlich liegt hier die erzielbare Rendite deutlich höher, als das bei nicht geförderten Versicherungen der Fall ist. Auch scheint hier der Fakt eine Rolle zu spielen, dass die bezuschussten Verträge einerseits nicht gepfändet werden dürfen und auch andererseits nicht dem Verwertungszwang beim Bezug von sozialen Leistungen wie zum Beispiel Hartz IV unterliegen. Im Ergebnis präsentierten die Versicherer hier 2008 einen Zuwachs um stolze elf Prozent.
Wenn man sich die Statistiken der Neuabschlüsse der vergangenen Jahre einmal genauer anschaut, dann wird deutlich, dass die im Jahr 2008 getätigten Neuabschlüsse bei den Lebensversicherungen nur knapp unter den Werten des Jahres 2006 liegen. Bei den fondsgebundenen Lebensversicherungen zeigt sich die Statistik sogar noch freundlicher. Hier können die Abschlüsse des Jahres 2008 sogar mit den im Vorjahr erzielten Neuverträgen wertmäßig mithalten. Hinzu kommt, dass der Anteil der fondsgebundenen Lebensversicherungen am Gesamtvolumen der Neuabschlüsse auch im Jahr 2008 leicht gestiegen ist.
Wenn man in dieser Statistik allerdings etwas tiefer schürft, dann zeigt sich, dass die durchaus positiv zu wertenden Zahlen vor allem den Erfolgen aus den ersten drei Quartalen zu verdanken sind. Bei genauerer Betrachtung der detaillierten Umsatzstatistiken des Jahres 2008 fällt ein Einbruch im vierten Quartal auf. Die Experten von Towers Perrin, dem großen amerikanischen Rückversicherungsunternehmen, warnen davor, für 2009 eine ähnlich positive Entwicklung zu erhoffen. Laut der von ihnen durchgeführten Studie war im vierten Quartal 2008 ein Einbruch von fast einem Drittel bei den neu abgeschlossenen Lebensversicherungen zu verzeichnen. Als ursächlichen Schwerpunkt dafür benannte ihr Sprecher Marcel Schmitz die unberechenbaren Entwicklungen am Aktienmarkt.
Konkrete Hinweise, wie man das Vertrauen der Menschen in die Versicherungen und Banken wieder herstellen könnte, hatte er allerdings auch nicht parat. In Deutschland kommt derzeit noch ein weiterer Fakt hinzu, der sich auf die Entwicklung bei den Versicherungen auswirken könnte. Im Herbst stehen die Bundestagswahlen an und echte Prognosen, wer dabei das Rennen macht, gibt es bisher nicht. Angesichts der immensen Verschuldung, die Deutschland zu Gunsten der Ankurbelung der Konjunktur eingehen musste, befürchtet man neuerliche steuerliche Belastungen, zu denen die geäußerten Ansichten der politischen Lager teils stark differieren. Eine Stabilisierung und Erholung des Versicherungsmarktes ist deshalb voraussichtlich erst im vierten Quartal 2009 zu erwarten, wenn die Menschen wissen, wer in den nächsten vier Jahren die politischen, wirtschaftlichen und steuerlichen Geschicke von Deutschland leiten wird.
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