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Div. Versicherungen belohnen Kunden mit kurzer Lebenserwartung |
Versicherungen zahlen mehr Geld für ungesunde Lebensweisen
Lebensstilrente ist eine nette Umschreibung dafür, dass einige private Versicherungsgesellschaften den Kampf um die Kunden so weit treiben, dass inzwischen auch die Faktoren für den Kunden positiv berücksichtigt werden, die zu einer Verkürzung der durchschnittlichen Lebenserwartung führen.
Für die Versicherer sind Menschen mit Vorerkrankungen und einer ungesunden Lebensweise bei der klassischen Rentenversicherung ein klares wirtschaftlicher Plus, denn hier verkürzt sich die anfallende Zahlungsdauer einer Leibrente häufig sehr dramatisch.
Erklärung des Modells Lebensstilrente
Quasi als Belohnung bekommen Versicherte, bei denen solche das Leben verkürzenden Faktoren nachweisbar bestehen, eine höhere Rente ausgezahlt. Dabei müssen die Ärzte genau einschätzen, welche besonderen gesundheitlichen Risiken der einzelne Versicherte aufweist und in welchem Maße sie sich auf die persönliche Lebenserwartung auswirken. Das bedeutet, dass man die behandelnden Ärzte gegenüber der Versicherung von der Schweigepflicht entbinden und sich gegebenenfalls Laboruntersuchungen unterziehen muss.
Kritik an den Versicherungen mit Belohnungssystem für gesundheitliche Risiken kommt vom Bundesamt für Gesundheit. Sie sehen in diesem Versicherungssystem einen Anreiz, sich zusätzlichen Risiken auszusetzen, obwohl man sich von Seiten des Staates, der Krankenkassen und der Weltgesundheitsorganisation doch permanent bemüht, diese Risiken durch eine immer umfassendere gesundheitliche Aufklärung weitgehend eindämmen zu können.
Auch der Hinweis auf das Diskriminierungsverbot greift bei den anbietenden Versicherungsgesellschaften nicht, denn sie berufen sich einerseits auf die Vertragsfreiheit und geben andererseits zu bedenken, dass eine Abfrage des Gesundheitszustandes beim Abschluss von Versicherungen durchaus schon längere Zeit üblich wäre.
Bisher führte man die Untersuchungen allerdings durch, um die Versicherten auf Grund eines erhöhten Risikos mit zusätzlichen Beiträgen belegen zu können. So war es vor allem bei den privaten Krankenversicherungen bis zur Einführung des Basistarifs üblich, Menschen mit Übergewicht und auch die Raucher mit Beitragszuschlägen zu belegen. Bei den privaten Lebensversicherungen konnte einem der Versicherungsschutz gar gänzlich verweigert werden, wenn man zu bestimmten Risikogruppen zählte.
Zu den bisherigen Anbietern der Lebensstilversicherung gehört neben einem liechtensteiner Unternehmen Quantum auch LV 1871. Letztere Versicherungsgesellschaft berücksichtig in ihren Verträgen vor allem besonders schwere und unheilbare Krankheiten, während die Provinzial vor allem die Pflegebedürftigkeit der potentiell zu versichernden Personen in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rückt.
Hinsichtlich der ethischen und wirtschaftlichen Vertretbarkeit solcher Rentenversicherungen mit Bonus auf zusätzliche Risiken sind sich die Europäer nicht ganz einig. In Deutschland gibt man einen daraus resultierenden salopperen Umgang mit gesundheitlichen Risiken zu bedenken, während man diese Modelle beim südlichen Nachbarn Österreich komplett ablehnt. In anderen Ländern misst man diesem Wandel der Denkweise bei den Rentenversicherungen überhaupt keine Bedeutung bei.
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