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Übermässig viel Lebensversicherungen werden aufgelöst, dabei gibt es bessere Auswege

Versicherer beklagen extrem hohes Aufkommen an Stornos

Es scheint, als habe die Finanzkrise mit den zahlreichen Konkursen, von denen vor allem in den Vereinigten Staaten auch zahlreiche Versicherungsgesellschaften betroffen waren, die Inhaber von Lebensversicherungen derart verunsichert, dass sie ihr Geld sofort zurückhaben und in vermeintlich sicherere Geldanlagen bringen wollten. Auch spielten hier natürlich die Schlagzeilen in den Nachrichten über eine dramatisch steigende Arbeitslosigkeit und Meldungen über Liquiditätsengpässe bei Banken eine entscheidende Rolle. Auf jeden Fall teilte der Verband der Versicherer mit, dass man 2008 ein nie zuvor gekanntes Niveau bei Kündigungen von Kapital bildenden Lebensversicherungen erreicht hätte.


Früh kündigen kostet

Bei den deutschen Versicherungen ergaben sich dadurch keine Liquiditätsengpässe, denn sie legen den größten Teil der Kundengelder in fest verzinslichen Wertpapieren, Anleihen des Bundes, handelbaren Rentenpapieren oder in breit gestreuten Investmentfonds an. Doch auf Seiten der Versicherten summierten sich die Nachteile. Noch nicht verrechnete Abschlussgebühren schmälerten die Rückkaufswerte. Außerdem war der Zeitpunkt für einen Verkauf der Anteile aus fondsgebundenen Lebensversicherungen denkbar ungünstig. Die Finanzkrise und die beginnende Wirtschaftskrise hatten dafür gesorgt, dass die Werte vorübergehend in den Keller gerutscht waren. Das führte bei vielen Versicherten dazu, dass sie aus der gekündigten Lebensversicherung weniger Geld heraus bekamen als sie mit den Beiträgen eingezahlt hatten.


Alternativen zur Kündigung

Dabei trat ein fatales Manko in der Beratung der Versicherten zutage. Viele Menschen wissen gar nicht, dass man bei einer Lebensversicherung auch für einige Monate die Zahlung des Beitrages gänzlich aussetzen oder auf einen reinen Risikobeitrag begrenzen kann.

Und noch weniger Versicherte haben Kenntnis davon, dass es ein so genanntes Policendarlehen gibt und sich eine Lebensversicherung auch recht gut verkaufen lässt. Besonders Lebensversicherungen, bei denen mehr als die Hälfte der vertraglich vereinbarten Laufzeit verstrichen ist, erzielen bei einem Verkauf recht gute Preise. Je nach Art des Verkaufes übernimmt der Käufer zwar den Vertrag, aber der reine Risikoschutz bleibt auf Seiten des Verkäufers. Im Versicherungsfall müssen die Erben dann dem Investor die inzwischen aufgebrachten Beiträge plus einen vereinbarten Bonus auszahlen. Damit fährt man in einer wirtschaftlich angespannten Situation allemal besser, als wenn man den Vertrag kündigt.


Auch das Policendarlehen ist eine gute Alternative. Im Prinzip bekommt man hier einen Teil der bereits eingezahlten Beiträge als Kredit zur Verfügung gestellt. Das Interessante an dieser Variante sind die verschiedenen Möglichkeiten, die sich für eine Rückzahlung des Darlehens bieten. Sie reichen von einer Erhöhung der Beiträge für die restliche Laufzeit bis hin zur reinen Zinszahlung und Verrechnung der Summe des Policendarlehens mit der vertraglich zugesicherten Ablauf- oder Todesfallleistung. Eine der großen Vorteile, die sich daraus ergeben, liegt darin, dass bei einem Policendarlehen der Versicherungsschutz in vollem Umfang erhalten bleibt.


Daraus wird deutlich, dass auf Seiten der Versicherten ein enormes Informationsdefizit besteht, weil die Versicherung ihrer gesetzlichen und moralischen Verpflichtung zu einer umfassenden Aufklärung über alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nicht nachkommen. Die Leidtragenden sind die Versicherten, die bei einer Kündigung finanzielle Nachteile in Kauf nehmen müssen.




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